ABOUT

‚Leinen los‘ ist die Devise dieses generationenübergreifenden Trios‚ das entfesselt zum Unvorherhörbaren aufbricht. Mit offenen Ohren, ihrer reaktionsschnellen Spontaneität und einem feinnervigen Gespür, was die Musik im Moment will, kreieren die drei furiosen Improvisatoren in ihrer speziellen Besetzung eine Kunst zwischen atonal expressiver Kammermusik und einer vielschichtigen Klangmalerei, die den musikalischen Zauber der Wechselwirkung zwischen Verdichtung und Ausfransen atmet. (Flo Keller)

in English:

Letting loose is the driving force of this comprehensive generational trio that jettisons and unleashes, with symbiotically spontaneous reactions and a delicate feel for what the music offers in the moment, the yet to be heard.

In this formation the three daring improvisationalists fare range from atonal, expressive chamber music to a multilayered onomatopoeia captured as an interplay breathing between density and lightness. (Flo Keller)

Alfred Zimmerlin: Cello

Flo Stoffner: Gitarre

David Meier: Drums

Reviews:

Ed Pinsent, excerpt from The Sound Projector, January 2018:

"I just dig the general tautness of the playing, and the weird awkward shapes thrown, a welcome relief from flabby and overlong records of self-indulgent blathering. It’s as though every blow must count, every arrow loaded in the crossbow must hit the bullseye, or we all die. Although this is clearly atonal free improv, I think fundamentally it’s not that far away from a great primitive rockabillly record, with the same ornery tone and stripped-back sound."

Achim Doppler, Concerto, Juni 2017:

"Schlichtweg fulminant, wie die beiden zentralen Differenzen improvisierter Musik: jene zwischen Singularität und Ensembletotalität, die andere zwischen einer ungeschützt-instantanen, die Traditionen kritisierenden, auf der Vorgängigkeit jeglicher Manifestation insistierenden Artikulation und ihrer notwendig präsentischen Materialität - in dialektischer Spannung gehalten werden. Eine im besten Falstaff’schen Sinne rücksichtslose Vergesslichkeit bestimmt die improvisatorische Parlance des Trios. Nur im Blick nach vorn nimmt Improvisation Gestalt an, behände suchend oder feurig beredt, beschwörend dann, wenn die Drei, was sie im Geist strukturiert haben, zur flüchtigen Geburt bringen."

Cécile Olshausen, SRF 2 Kultur, Kulturmagazin, November 2017:

"EINDRUCKSVOLL Diese CD haut einen aus den Socken: Man kann sich den Energiewellen nicht entziehen. Was Alfred Zimmerlin (Cello), Flo Stoffner (Gitarre) und David Meier (Drums) auf dieser Impro-CD bieten, ist eindrucksvoll und hat Tiefe: dichteste Interaktionen, flimmernde Texturen, Instrumentalklänge, die sich aufzulösen scheinen. Dazu gehört ein präzises aufeinander Hören, gespannt entspannt, vom ersten bis zum letzten Ton. Hohe Improvisationskunst!"

Alexander Schmitz, Jazzpodium, September 2017:

"Sieben Stücke bietet das zunehmend fesselnde Debüt. „Little William“ etwa entwickelt sich langsam, indem es an Form zulegt und instrumentale Monologe sich scheinbar mühelos zum Trialog verschränken. „Alice ist zauberhaft“ funktioniert ähnlich, auch hier formieren sich scheinbar disparate Elemente zu weit mehr als ihrer Summe, dynamisch vielfältig zwischen kunstvollem Lavieren am Rand zur Stille und dem eruptiven Expressionismus des Finales. (...) Hier sind Kenner und Könner am Werk, die sehr genau wissen, wie man klug und sensibel zwischen den Fallgruben der Postmoderne hindurch navigiert."

Friedemann Dupelius, Dissonanz, Juni 2018:

"Egal, was man sich auf für Konstellationen vorstellen mag, es herrscht immer Gleichberechtigung. Wenn einer die Führung übernimmt, dann nur kurz, weil er etwas Wichtiges zu sagen hat oder die gemeinsame Sache mit einem Impuls vorantreiben will. Längere Solo-Ausschweifungen und Virtuosen-Eskapaden gibt es bei Zimmerlin-Stoffner-Meier aber nicht, genauso wenig wie präzise Aufgabenteilung. Eher geht es zu wie in einer unberechenbaren Fussballmannschaft, in der die Spielen ständig auf ihren Positionen rotieren. So rücken Cello oder Gitarre immer wieder ins perkussive Lager, das Schlagzeug wiederum gibt (gehaltene) Töne von sich, und teilweise werden ganze Klang-Gesten im schnellsten Zusammenspiel zu zweit oder zu dritt on the fly geformt. Nichts ist von langer Dauer - keine Szene, kein Klang. Das Ergebnis ist aber kein heilloses Chaos, eher gezielt erzeugte, temporäre Unordnung, die einem höheren Prinzip zu folgen scheint."

Steff Rohrbach, Jazz'n'More, Juli 2017:

"Es kracht im Gebälk, rüttelt und knistert - ein Improvisationstrio ist am Werk, das keine halben Sachen macht. Mit aller Energie und manchmal auch Zurückhaltung lotet es seine Instrumente und den Raum aus, geht konsequent in die Ecken und buddelt, bis sie rund sind. Sieben Tracks von gegen zwei bis fast zehn Minuten haben Zimmerlin, Stoffner und Meier für dieses Album ausgewählt, Stücke, die von Gegensätzen leben: viel und wenig, laut und leise, hektisch und ruhig, zart und hart, schmerzhaft und auch wohltuend. Dabei wirkt das Schlagzeug in starken Momenten als Klammer, die den Sound zusammenhält, die den Rahmen gibt, Boden und Struktur im Gewirr sich überschlagender, dröhnender, knurrender, murrender Saiten - Spiegel oder vielmehr Widerhall unserer Zeit. Spannend."

Nina Polaschegg, freiStil, September 2017:

"In seinem relativ neuen Trio spielt Alfred Zimmerlin elektrisches Cello. Gemeinsam mit seinen wesentlich jüngeren Kollegen, dem Gitarristen Flo Stoffner und dem Schlagzeuger David Meier. Hohe Energie, gepaart mit feinziselierter Interaktion, ist hier zu hören, blitzschnelle Reaktionen und atmende Klangwege."

Robert D. Rusch, Cadence Magazine, July 2017:

"7 improvs [41:29] some of which at times sound like a cassette tape running backwards in that they have that truncated sound. At other times they display a minimalist sound waiting to find direction. They are most successful when on the same page, find direction and give space to their work which is unfortunately a minority of recorded time."

Rigo Dittmann, Bad Alchemy, Mai 2017:

"Die popart-bunte Aufmachung und ein niedlich tuendes 'Little William' als erstes Kapitel machen auf alles Mögliche gefasst, aber am wenigsten darauf, dass die drei mit Jazzcore-Karacho und der Tür ins Haus stürzen, krawallig schrappelnd, knatternd und sägend."